Höhere Mächte

Von Menschen, Göttern und Naturgewalten
18. Mai bis 15. August 2021

Die Frühjahrsausstellung 2021 erzählt von der Hinwendung zu höheren Mächten in verschiedensten Kulturen und Epochen.

Unter dem Motto „Seeing across cultures“ greifen rund 100 Objekte, die zum Teil noch nie zu sehen waren, dieses höchst aktuelle Thema auf und schaffen Raum für eigene Assoziationen, Emotionen und überraschende Begegnungen.

Höhere Mächte – bzw. die menschliche Vorstellung davon – haben seit jeher die Kulturen der Welt geprägt.

Naturgewalten, Seuchen oder politische Systeme vermitteln uns auch heute noch das Gefühl, immer wieder Mächten ausgesetzt zu sein, die wir kaum beeinflussen können, die sich aber trotzdem auf unser Leben auswirken, es verändern und bestimmen.

Die Ausstellung präsentiert Zeugnisse aus den Beständen der vielfältigen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums, des Weltmuseums Wien und des Theatermuseums, die von der Hinwendung zu höheren Mächten erzählen. Die ausgewählten Objekte machen deutlich, in wie vielen unterschiedlichen Formen und Facetten sich dieses Thema in Kultur und Kunst niedergeschlagen hat. Bei der Auswahl wurde bewusst ein Fokus auf die enge Verschränkung und direkte Gegenüberstellung von Objekten unterschiedlichster Herkunft gesetzt.

Die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde prägen die Existenz der Menschheit seit jeher.

Das Element Feuer
Giuseppe Arcimboldo
1566

Element Luft in Il lutto dell’universo
Ernst Fuchs (Kostümentwurf), Ernst Steiner, (Maske)
1977

Maskenkostüm des Sturmdämons O´ma
Brasilien, Tikuna, um 1830

Oxalá/Oxalufã
Antonio Alexandre de Sousa Teixeira
Brasilien, 2016

Sie werden als positive Kräfte einerseits, als bedrohliche und zerstörerische Naturgewalten andererseits wahrgenommen. Die Ausstellung widmet sich anfangs den Darstellungen von Naturgottheiten, denen antike Mythen, christliche Sichtweisen und moderne Erzählungen gegenübergestellt werden.

Insignien wie Kronen, Federhüte oder kostbare Kleidungsstücke dienten irdischen Herrschenden als Ausdruck ihres gottgegebenen Machtanspruchs.

Krone Stefan Bocskais
Türkisch, um 1605

Kopfbedeckung
Unverzeichnete(r) Künstler der Luba (?)
DR Kongo, 19. Jh.

Idealbildnis Kaiser Karls des Großen (747–814)
nach Albrecht Dürer
Ende 16. oder frühes 17. Jh.

Die Strategien und Mechanismen, die irdische Machthaber*innen entwickelten, um ihre Stellung, ihr Tun und Handeln als Zeichen des Willens und Einflusses höherer Mächte zu demonstrieren und zu legitimieren, werden in einem weiteren Bereich der Schau hinterfragt. Als höhere Instanz agierten sie ganz konkret in Fragen der Gerichtsbarkeit, dem Urteil über Leben und Tod sowie bei Entscheidungen über Krieg oder Frieden.

Den Wunsch nach einer Verbindung mit höheren Mächten haben die Kulturen der Welt gemein.

Sog. Horoskop-Amulett Wallensteins
Süddeutsch, um 1600–1610

Retablo
Joaquín López Atay
Peru, 1970er Jahre

Stabpuppe: Buddha in Der Drachentöter
Richard Teschner
1928

Die Ausstellung widmet sich anschließend dem Versuch, mit diesen Mächten in Kontakt zu treten und zeigt u. a. ganz persönliche Leihgaben unserer Besucher*innen. Mithilfe von Ritualen, Gebeten und Amuletten wird seit jeher um Hilfe, Schutz und Beistand angesucht. Schaman*innen und Priester*innen standen und stehen Menschen in Gefahren als Mittler*innen und Helfer*innen zur Seite. Die Verbindung zu Gottheiten wurde über Kultbilder gesucht, die mit Votivgaben, Blumen und Gesängen geehrt wurden: Als eine etwas andere Form des Sich-Verbindens wird schließlich auch der ekstatische Tanz gezeigt.

Welche Objekte Glück, Kraft und Inspiration schenken können und was Ihre Gedanken zum Thema höhere Mächte sind, erfahren Sie in unserer Frühjahrsausstellung.

Um eine aktuelle Perspektive auf das Thema zu werfen, haben wir Sie bereits vorab eingeladen, sich mit kreativen Texten und Ihren persönlichen Glücksbringern an diesem ungewöhnlichen Ausstellungsprojekt zu beteiligen. Besuchen Sie die Ausstellung und teilen auch Sie Ihre Gedanken zum Thema höhere Mächte mit uns. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!